Bei der Planung muss von den Jugendlichen bereits einiges berücksichtigt werden. Pflanzen haben verschiedene Ansprüche, die bedient werden sollen. Zunächst wird der Stand der Sonne im Tagesverlauf beobachtet, außerdem wird anhand vorhandener Pflanzen und deren Zustand eine grobe Analyse des Bodens vorgenommen. Bereits hier fällt einigen Teilnehmern auf, dass alle Dinge zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen.
Im weiteren Verlauf wird unter Verwendung von Reststoffen und recyceltem Material ein Gewächshaus gebaut, es folgen ein großes Hochbeet mit Dach und ein Steinhochbeet für Kräuter und mehrjährige Kulturen. In der Werkstatt lernen die Jugendlichen mit einfachen Mitteln zum Ziel zu kommen. Aus handwerklichem Geschick, vorhandenem Material und kreativen Ideen wir ein Idealer Lebensraum für Nutzpflanzen geschaffen.
Beim Bau der Holzelemente lernen die Jugendlichen konstruktive Grundlagen der Holzverarbeitung kennen. Sie benutzen vorrangig Handwerkzeuge und entwickeln ein Gefühl für Körper und Material. Wichtig ist die Umsetzung der Arbeit mit der körpereigenen Kraft, so wird direkt veranschaulicht wie viel Arbeit in handwerklich erzeugten Produkten steckt und wie viel uns die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit an Arbeit abnehmen.
Die Beschaffung des Materials für die Gartengestaltung ist ebenfalls essenzieller Bestandteil des Unterrichts. Erde, Holz, Glas, Stein alle Hauptmaterialien sind Reststoffe oder der Abfall aus Gewerbe und Privathaushalten. Hier wird den Jugendlichen Respekt im Umgang mit Ressourcen vermittelt. Über dies lernen die TN durch eigenes Handeln neue Wege zu gehen. Sie müssen „out oft he box“ denken, um die Materialien in ihren neuen Nutzen zu überführen.
Die Anzucht der Pflanzen ist ebenfalls Teil des Projekts. Bereits im Januar werden Samen in die Anzuchterde gelegt um Setzlinge fürs Frühjahr zu ziehen. Der gesamte Zyklus der Pflanze und deren Frucht, die wir essen, wird erlebbar. Die Jugendlichen bauen eine Verbindung zur belebten Umwelt auf und sind direkt mit der Erde und ihren Erzeugnissen in Kontakt. Im weiteren Verkauf übernehmen sie Gemeinsam die Verantwortung für die Pflege der Anzucht. Ende April werden die ersten Pflanzen im Freien gesetzt.
Zur Aufbereitung des Bodens bewirtschaften die TN gemeinsam einen Wurmkompost. In der selbst gebauten Holzkiste leben Kompostwürmer die Küchenabfälle und Gartenabschnitte in feinen Humus verwandeln. Der gewonnene Dünger wird in die Beete eingearbeitet und liefert den Gemüsepflanzen langanhaltend Nährstoffe. Zudem entsteht eine stabile Fauna aus Mikroorganismen im Boden, die die Grundlage des Pflanzenwachstums bildet. Für die Wöchentliche Pflege der Würmer sind die TN verantwortlich.
Zuletzt essen alle gemeinsam die geernteten Früchte, neue Wertschätzung für Lebensmittel entsteht. Selbst anpflanzen, selbst die Erde bestellen, selbst kochen… Die Jugendlichen werden im Projekt an die vielfältigen Vernetzungen des Lebens herangeführt und lernen, dass ohne ihr Zutun auch nichts entsteht. Sie werden zur vollständigen Handlung ermutigt.
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